Wakan ist ein Wort aus den Sioux-Sprachen der nördlichen Indianer und bedeutet „wunderbar“, „unbegreiflich“ oder „geheimnisvoll“.

Wakan Tanka ist das große Geheimnis.

Gott.
Die Quelle, der Ursprung – die Liebe. Alles-was-ist.

In meinen Seminaren erlebe ich oft, dass Menschen mit „Gott“ ein großes Problem haben.
Vor allem durch die großen Religionen ist das Wort „Gott“ negativ besetzt bei vielen.
Einigen ist es nicht genderkonform.

Für mich war das Geschlecht von Gott schon immer unwichtig und so neutral wie bei Engeln.

Als ich mit elf auf meinen Avalon-Trip kam habe ich in der Kirche das Wort Gott verweigert und nur noch Göttin gesagt.
Denn die Göttin war für mich etwas ganz anderes und auch ganz eindeutig weiblich. Auch dreigestaltlich (Jungfrau, Mutter und Alte).

Inzwischen ist Gott für mich alles.

Mit der Kirche bin ich inzwischen tiefenentspannt.

Mit der Kirche bin ich inzwischen tiefenentspannt.

Wir haben in meinem Seminar nach einem alternativen Wort gesucht für Gott.
„Universum“ reicht nicht. „Die Quelle“/“der Ursprung“ ist mir auch zu wenig.
Nach dem Seminar kam mein Mann daher und hat Wakan Tanka genannt.
Mein schlauer Mann immer. 😇

Wakan Tanka – So denken Sioux Indianer hilft Ihnen über eigene Denkmuster und Ihre Einstellung nachzudenken. Ein alter Medizinmann der Sioux-Indianer, Lame Deer, hat versucht dieses Wakan Tanka, einem weißen Freund zu erklären. Das Sioux-Wort Wakan Tanka bedeutet bei den Sioux-Indianern “Schöpferkraft” oder “Großer Geist” und hat einen tiefsinnige Bedeutung.

Ein alter Kochtopf

So fragt Lame Deer, was denn sein Freund sieht, wenn er um sich blickt. Und dieser erwidert, dass er nur einen alten, verbeulten Kochtopf sieht. Der schwarz ist vom Ruß. Und er steht auf der Feuerstelle eines alten Holzofen. Das Wasser darin brodelt und der aufsteigende Dampf bewegt den Deckel. Im Topf ist kochendes Wasser, Fleisch mit Knochen, Fett und eine Menge Kartoffeln.

Aber ich bin ein Indianer, sagt er. Ich denke über einfache, alltägliche Dinge, wie diesen Topf, nach. So über das brodelnde Wasser das aus der Regenwolke kommt. Damit ist es ein Sinnbild für den Himmel. Das Feuer kommt von der Sonne, die uns alle wärmt, Menschen, Tiere und Bäume. Das Fleisch erinnert mich an die vierbeinigen Geschöpfe, unsere Brüder, die Tiere, die uns Nahrung geben, damit wir leben können. Der Dampf ist Sinnbild für den Lebensatem. Er war Wasser, jetzt steigt er zum Himmel auf, wird wieder zur Wolke. All das ist heilig. Wenn ich diesen Topf voll guter Suppe betrachte, denke ich daran, wie Wakan Tanka, das Große Geheimnis, auf diese einfache Art und Weise für mich sorgt.

Wir Sioux denken oft und viel über alltägliche Dinge nach. Für uns haben sie eine Seele. Die Welt um uns ist voller Symbole, die uns den Sinn des Lebens lehren. Ihr Weißen, so sagen wir, seid wohl auf einem Auge blind, weil ihr so wenig seht. Wir sehen vieles, das ihr schon lang nicht mehr bemerkt. Ihr könntet es auch sehen, wenn ihr nur wolltet, aber ihr habt keine Zeit mehr dafür, ihr seid zu beschäftigt.

Wir Indianer leben in einer Welt von Symbolen und Bildern, in der das Geistige und das Alltägliche eins sind. Für euch sind Symbole nichts als Worte, gesprochene oder in einem Buch aufgeschriebene Worte. Für uns sind sie Teil der Natur, Teil von uns selber. Die Erde, die Sonne, der Wind und der Regen, Steine, Bäume, Tiere, sogar kleine Insekten wie Ameisen und Grashüpfer. Wir versuchen sie zu verstehen, nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen, und ein winziger Hinweis genügt uns, ihre Botschaft zu erfassen.

Gottfried Vanoni und Lene Mayer-Skumanz (Hrsg.): Herder Verlag, Wien 1986

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